U-Bootskunde - Deutsche U-Boote

Willkommen bei U-Bootskunde

Diese Webseite widmet sich der technischen und historischen Aufarbeitung deutscher U-Boote – mit Schwerpunkt auf ihrer Bauweise, den technischen Bordanlagen, dem Schiff- und Maschinenbau sowie originalen Unterlagen der Kriegsmarine.

 

Grundlage sind seltene Bauvorschriften, Skizzenbücher, Betriebsanleitungen, Normblätter, Originalzeichnungen und neu erstellte Schemazeichnungen. Sie bilden die Basis, um Hauptabmessungen, technische Daten, Rohrleitungssysteme, Armaturen, Zellen, Bunker, Maschinenanlage, E-Anlage und weitere Bordanlagen nachvollziehbar darzustellen.

 

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie diese Boote tatsächlich funktionierten: wie sie tauchten, lenzten und trimmten, wie ihre Anlagen bedient wurden und wie die einzelnen technischen Einrichtungen im Schiffsbetrieb zusammenwirkten.

 

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem erhaltenen U-Boot U-995. Durch den Abgleich historischer Quellen mit dem heutigen Zustand des Bootes lassen sich viele technische Details, Baugruppen und Funktionszusammenhänge untersuchen, einordnen und verständlich dokumentieren.

 

U-Bootskunde soll nach und nach als digitales Archiv und Nachschlagewerk wachsen – für Besucher, Modellbauer, technisch Interessierte und alle, die deutsche U-Boote nicht nur von außen betrachten, sondern ihre technische Ausführung und historische Quellenlage besser verstehen möchten.

WEBSEITE IM AUFBAU

Kriegsmarine-Normblätter 
neu aufbereitet

Hier zu sehen ist nur ein Beispiel von vielen laufenden Aufarbeitungen originaler Kriegsmarine-Normblätter. Diese Normen regelten zahlreiche Details des U-Bootbaus – von einzelnen Bauteilen, Rohrleitungskennzeichnungen und Beschriftungen bis hin zu Farbgebung, Anordnung und Ausführung technischer Einrichtungen an Bord.

Viele dieser Unterlagen sind heute äußerst selten erhalten und oft nur noch in privaten Beständen, Archiven oder als schwer zugängliche Einzelexemplare auffindbar. Der Autor befasst sich seit Jahren mit der Sicherung, Digitalisierung und zeichnerischen Wiederaufarbeitung solcher Dokumente, um sie dauerhaft zu erhalten und wieder nutzbar zu machen.

Die neu erstellten Normblätter dienen als Grundlage für technische Dokumentation, originalgetreue Neuanfertigungen, Restaurierungsarbeiten und den Modellbau. Sie helfen dabei, historische Ausführungen nicht nur nach Fotos oder Vermutungen, sondern auf Basis zeitgenössischer Vorgaben der Kriegsmarine nachvollziehbar darzustellen.

Schemazeichnungen 
neu aufbereitet

Hier zu sehen sind zwei Beispiele neu erstellter Schemazeichnungen zu den Rohrleitungsanlagen eines U-Bootes vom Typ VII C. Die Darstellungen behandeln miteinander verbundene Anlagenbereiche, die unter anderem für das Tauchen, Lenzen, Trimmen und die Kontrolle der Schwimmlage des Bootes von Bedeutung waren.

Die originalen Pläne der Kriegsmarine waren – wie der Begriff „Schema“ bereits erkennen lässt – technische Übersichtsdarstellungen der jeweiligen Anlage. Sie zeigen Leitungsführung, Armaturen und Funktionszusammenhänge in schematischer Form.

Auf Grundlage dieser Originalunterlagen wurden die Schemata über viele Jahre hinweg neu gezeichnet, ergänzt und fortlaufend korrigiert. Dabei wurden Leitungsführungen, Armaturen, Bedienorgane und Beschriftungen überprüft, mit weiteren Quellen abgeglichen und – soweit möglich – mit dem erhaltenen U-Boot U-995 verglichen.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der vollständigen Erfassung der einzelnen Armaturen. Ziel ist es, nicht nur den Verlauf der Rohrleitungen darzustellen, sondern auch jedes Ventil, jeden Hahn und jeden Schieber mit seiner jeweiligen Bezeichnung nachvollziehbar einzuordnen. Dadurch entsteht eine deutlich besser lesbare und für heutige Betrachter verständlichere Darstellung der Anlagen.

So wächst nach und nach eine zusammenhängende Dokumentation der Rohrleitungsanlagen an Bord. Die Neuzeichnungen sollen die historischen Vorlagen nicht ersetzen, sondern sie erschließen, verständlicher machen und die Funktionszusammenhänge der einzelnen Anlagen klarer sichtbar machen.

Beispiele weiterer Schemazeichnungen der Bordanlagen vom Typ VII C und U-995 (VIIC/41)

Die hier gezeigten Schemazeichnungen wurden vom Autor auf Grundlage originaler Unterlagen, historischer Bauvorschriften und praktischer Untersuchungen am erhaltenen U-Boot U-995 neu erstellt.

Ziel ist eine übersichtliche und technisch nachvollziehbare Darstellung der einzelnen Bordanlagen, ihrer Leitungsführungen, Armaturen und Funktionszusammenhänge. Dabei geht es nicht nur um die Darstellung einzelner Leitungen, sondern auch um das Zusammenspiel mit anderen Anlagen an Bord.

Die Neuzeichnungen verbinden historische Quellen mit einer modernen zeichnerischen Aufbereitung. Sie sollen technische Abläufe verständlicher machen und Zusammenhänge sichtbar darstellen, die in vielen originalen Unterlagen nur schematisch, unvollständig oder schwer nachvollziehbar wiedergegeben sind.

Schema der Kühlwasseranlage
 (U-Boot Typ VIIC)

In diesem Schema der Kühlwasseranlage wird die Kühlung der Dieselmotoren sowie weiterer technischer Einrichtungen dargestellt. Dazu gehören unter anderem die Drucklager der Schraubenwellen, die Drucklufterzeuger und die Lagerkühlung der E-Maschinen.

Besonders interessant ist die dargestellte Warmwasserbrause. Das nach dem Durchströmen der Dieselmotoren erwärmte Kühlwasser konnte mit kaltem Seewasser gemischt und anschließend zu einer Brause geführt werden.

Der dafür notwendige Wasserdruck wurde durch die an den beiden Dieselmotoren angebauten Kühlwasserpumpen erzeugt. Im Tauchbetrieb erfolgte die Lagerkühlung der E-Maschinen zusätzlich über eine im E-Maschinenraum angeordnete Pumpe.

Schema der Druckölanlage
(U-Boot Typ VIIC/41)

In diesem Schema der Druckölanlage wird die Funktionsweise der hydraulischen Hebeanlagen für die Sehrohre sowie den Schnorchelmast dargestellt.

Besonders interessant ist dieser Plan, da die Hebevorrichtung des Schnorchelmastes häufig falsch eingeordnet wird. Entgegen der verbreiteten Annahme erfolgte das Aufrichten und Niederlegen des Schnorchelmastes nicht über einen Seilzug oder einen elektrischen Antrieb, sondern über eine druckölbetriebene Anlage.

Das Schema zeigt damit einen wichtigen technischen Zusammenhang zwischen der Druckölanlage und den ausfahrbaren bzw. aufrichtbaren Einrichtungen des Bootes. Es macht nachvollziehbar, wie Drucköl als Arbeitsmedium genutzt wurde, um diese Baugruppen sicher und kontrolliert zu bewegen.

Schema der Trink- und 
Waschwwasseranlage
 (U-Boot Typ VIIC)

In diesem Schema der Trink- und Waschwasseranlage wird die Verteilung von Frisch- und Waschwasser im gesamten Boot dargestellt. Es zeigt, wie die einzelnen Entnahmestellen versorgt wurden und wie das Wasser an Bord für die Besatzung verfügbar war.

Jedes Besatzungsmitglied verfügte über eine sogenannte Wasserkarte, über die täglich 2 Liter Frischwasser zustanden. Diese Menge konnte je nach Bedarf zum Trinken oder Waschen verwendet bzw. teilweise aufgespart werden. Getränke wie Kaffee oder Tee waren davon ausgenommen und gehörten zur regulären Versorgung.

Bei späteren Booten wurde zusätzlich Waschwasser in den Torpedozellen der Torpedos mitgeführt. Durch Beaufschlagung mit Druckluft konnte dieses Wasser an entsprechenden Zapfstellen entnommen werden.

Schema der Sauerstoffanlage
 (U-Boot Typ VIIC/41)

In diesem Schema der Sauerstoffanlage wird die Lagerung der Sauerstoffflaschen sowie die Verteilung der zur Sauerstoffzufuhr notwendigen Armaturen im Boot dargestellt.

Die Anlage stand im Zusammenhang mit der Lufterneuerungsanlage, bei der Kalipatronen zur Aufnahme des in der Raumluft enthaltenen CO₂ verwendet wurden. Die Luft wurde dabei über die Lüftungsanlage des Bootes umgewälzt.

Zusätzlich befand sich im E-Maschinenraum ein tragbares CO₂-Messgerät, mit dem der CO₂-Gehalt der Raumluft während längerer Tauchfahrt regelmäßig kontrolliert werden konnte.

Das Boot führte 10 Sauerstoffflaschen zu je 50 Litern mit. Rechnerisch ergab sich daraus eine Sauerstoffergänzung für etwa 20 bis 21 Stunden bei rund 48 Mann Besatzung. Diese Angabe bezieht sich jedoch nur auf den Sauerstoffvorrat und ist nicht mit der tatsächlichen maximalen Tauchdauer des Bootes gleichzusetzen.

U-995 als einziges erhaltenes 
Referenzboot der Welt

Das U-Boot U-995 ist heute das einzige erhaltene Exemplar der Typ-VII-C-Baureihe und besitzt dadurch eine besondere Bedeutung für die technische Dokumentation und historische Einordnung dieses Bootstyps. An ihm lassen sich viele Anlagen, Bauteile und konstruktive Details nicht nur anhand historischer Unterlagen, sondern direkt am erhaltenen Objekt untersuchen.

Ein wichtiger Teil der Arbeit besteht deshalb im Abgleich zwischen originalen Dokumenten, Bauvorschriften, Schemazeichnungen und dem heutigen Zustand des Bootes. Über viele Jahre hinweg wurden Leitungsführungen, Armaturen, Einbauten und Anlagenbereiche am Boot untersucht, zugeordnet und mit den vorhandenen Quellen verglichen. Gerade dort, wo historische Unterlagen allgemeine Bauzustände zeigen oder einzelne Details offenlassen, kann die praktische Analyse am Boot wichtige Hinweise liefern.

Dabei muss jedoch stets berücksichtigt werden, dass U-995 nicht mehr vollständig dem deutschen Originalzustand von 1945 entspricht. Das Boot wurde nach dem Krieg über viele Jahre in der norwegischen Marine genutzt und dabei in verschiedenen Bereichen verändert, angepasst oder technisch umgebaut. Leitungen, Armaturen, Einrichtungen und Ausrüstungsdetails können daher vom ursprünglichen deutschen Bau- und Einsatzzustand abweichen.

Hinzu kommen die späteren Rückbau- und Herrichtungsarbeiten durch das Marinearsenal Kiel, mit denen das Boot für die museale Präsentation vorbereitet wurde. Auch diese Arbeiten beeinflussten den heutigen Zustand des Bootes. Für eine fachlich saubere Einordnung ist es deshalb notwendig, zwischen ursprünglicher Kriegsmarine-Ausführung, norwegischer Nachkriegsnutzung, späterem Museumsrückbau und heutigem Erhaltungszustand zu unterscheiden.

Diese Arbeit steht in enger Verbindung mit der Marinekameradschaft „Freundeskreis U 995“ sowie dem Deutschen Marinebund. Ziel ist es, das technische Verständnis des Bootes zu vertiefen und gleichzeitig einen Beitrag zu seinem langfristigen Erhalt zu leisten. Dabei geht es nicht nur um die Dokumentation einzelner Bauteile, sondern auch um die fachliche Einordnung des Bootes als historisches Gesamtobjekt.

Neben der Recherche und technischen Auswertung fließen auch praktische Erhaltungs- und Restaurierungsarbeiten in diese Arbeit ein. Dazu gehören unter anderem die Wiederherstellung und Kennzeichnung technischer Bereiche, das Anbringen von Rohrbändern mit Kennfarben nach zeitgenössischer Kriegsmarine-Norm sowie die Ergänzung von Beschilderungen und Hinweisen. Solche Maßnahmen helfen dabei, die erhaltenen Anlagen besser verständlich zu machen und das historische Erscheinungsbild des Bootes schrittweise nachvollziehbarer zu bewahren.

U-995 dient damit nicht nur als Ausstellungsstück, sondern auch als wertvolles Referenzobjekt für technische Forschung, Dokumentation und Erhaltung. Die Verbindung aus originalen Quellen, praktischer Untersuchung am Boot, kritischer Bewertung des heutigen Zustandes und Zusammenarbeit mit den betreuenden Organisationen bildet eine wichtige Grundlage für die auf dieser Webseite gezeigten Ausarbeitungen.

Originaldokumente der 
Kriegsmarine

Die hier gezeigten Unterlagen sind Beispiele originaler Vorschriften, Skizzenbücher und Betriebsanleitungen der Kriegsmarine zu U-Booten der Bauart VII C. Dazu gehören unter anderem Skizzenbücher für die Maschinenmannschaft, Unterlagen zur E-Anlage sowie Beschreibungen und Betriebsvorschriften einzelner Bordanlagen wie Druckluftanlage, Tauchzellen, Bunker, Abgasleitungen und weitere technische Einrichtungen.

Solche Dokumente sind für das Verständnis der U-Boot-Technik von grundlegender Bedeutung. Sie zeigen nicht nur, welche Anlagen an Bord vorhanden waren, sondern auch, wie sie aufgebaut waren, wie sie bedient wurden und in welchem Zusammenhang sie mit anderen Einrichtungen des Bootes standen. Gerade für Rohrleitungen, Armaturen, Maschinenanlage, E-Anlage und Hilfsbetriebe liefern diese Unterlagen wichtige technische Details, die auf Fotos oder in allgemeinen Beschreibungen oft nicht erkennbar sind.

Ein großer Teil dieser Vorschriften war ursprünglich nur für den Dienstgebrauch bestimmt und ist heute entsprechend selten. Viele dieser Unterlagen sind nur noch in Archiven, privaten Sammlungen oder einzelnen erhaltenen Exemplaren nachweisbar. Ihre Sicherung, Digitalisierung und Auswertung bildet deshalb eine wichtige Grundlage für die auf dieser Webseite gezeigten Rekonstruktionen, Schemazeichnungen und technischen Ausarbeitungen.

Ziel ist es, diese Originalquellen nicht nur als historische Dokumente zu zeigen, sondern sie fachlich einzuordnen und für die weitere Recherche nutzbar zu machen. Sie bilden den Ausgangspunkt, um die Bordanlagen deutscher U-Boote genauer zu verstehen und technische Zusammenhänge nachvollziehbar darzustellen.

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U-Bootskunde - U-995 – Technisches 
Archiv und Dokumentation

Quellenbasierte Aufarbeitung deutscher U-Boote, ihrer Bordanlagen und historischen Unterlagen – mit besonderem Schwerpunkt auf U-995.

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